Ryek Darkener: Der Geist der Zukunft (Arbeitstitel)

ryekSie sind aus dem Sonnensystem geflohen. Doch der Feind ist ihnen gefolgt. In ein Universum voll mit unbezahlten alten Schulden.

Drei Erwachsenen und zehn Kindern/Jugendlichen ist die Flucht von der Erde geglückt. Nach fast zwei Jahren Odyssee durch das Sonnensystem haben sie den Tranportknoten passiert, befinden sich nun im Gebiet der Liga der Raumfahrenden Völker.Doch das Direktorat der Erde hat einen langen Arm – die Händler, die seit einem halben Jahrtausend von der Ausbeutung der Erde profitieren. Die Auseinandersetzung, vor der die Reisenden hofften, sich auf Zeit in Sicherheit zu bringen, folgt ihnen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Händler in die schmutzigen Geschäfte mit der Erde verwickelt sind. Auch für die auf der Erde zurückgelassenen Freunde wird es härter. Ein völlig unerwarteter Spieler tritt auf den Plan und fordert nicht weniger als alles.

Leseprobe:

„Rabea! Nein!“
Jan hatte Rabeas rechtes Handgelenk umfasst. Spürte ihre Kraft, ihren Zorn und war nicht sicher, ob er sie zurückhalten konnte.
Er wechselte zur irdischen Sprache. „Bitte! Wir sind auf dieser Welt nichts anderes als Alien-Flüchtlinge eines gehassten Planeten. Wenn wir körperliche Gewalt anwenden, dann werden wir verlieren!“
Er zwinkerte ihr zu. „Willst du dich wirklich so einfach provozieren lassen? Die warten doch darauf. Spiel das Spiel mit, schlag sie mit ihren eigenen Regeln. Erinnere dich an das, was du gelernt hast.“
In Rabeas Gesicht arbeitete es. Sie gab nach. „Meinetwegen. Du bist der Boss.“
„Danke.“ Jan ließ sie los, aufatmend.
„Entschuldigung“, wandte er sich in fehlerlosem Interlingua an den humanoiden Raumhafen-Beamten. „Wir haben eine lange und gefahrvolle Reise hinter uns. Was kann ich tun, um Sie bei Ihrer Arbeit zu unterstützen?“
Der Beamte taxierte die Ankömmlinge und verharrte bei Siri. „Sie müssen sich einer detaillierten Untersuchung unterziehen. Wir müssen verhindern, dass unbekannte Krankheiten eingeschleppt werden.“
Ein Blick zu Rabea zeigte Jan, dass der Beamte die Situation nicht entspannt hatte. Im Gegenteil. Ihre Haltung sprach Bände. Sie würde sich eher in Stücke schneiden lassen, als diesen aufgeblasenen Kerl auch nur in der Nähe von ihrer kleinen Schwester zu dulden. Was für sie alle zutraf. Ein erwachsener Mann, eine Fast-Frau, zehn Kinder und Halbwüchsige. Angekommen auf einer Welt, die sie nicht unbedingt willkommen hieß.
Er versuchte ein neutrales Lächeln. „Natürlich. Solange wir als Gruppe untersucht werden.“
„Sie haben nicht das Recht, Forderungen zu stellen.“
„Sie haben nicht das Recht, uns außerhalb ihrer eigenen Gesetze zu behandeln.“
„Welcher Gesetze?“
„Ich möchte Ihren Vorgesetzten sprechen.“
„Der wird nichts anderes sagen.“
„Darauf lasse ich es ankommen. Sie dürfen mir diesen Wunsch nicht zu verweigern“, insistierte Jan.
„Meinen Sie?“ Der Beamte sah zu vier Sicherheitsleuten hinüber. Sie setzten sich in Richtung der Ankömmlinge in Bewegung.
Jan seufzte, holte den Kommunikator aus der Jackentasche und aktivierte die Videoübertragung.
„Was tun Sie da?“, wollte der Beamte wissen.
„Nichts“, gab Jan zurück. Er und Rabea nahmen die anderen zwischen sich. Die Älteren bildeten mit ihnen einen Kreis um die Jüngeren.
Die Sicherheitsleute zögerten, blieben stehen, zogen ihre Waffen.
„Nur zu“, sagte Jan. „Schießen Sie eine Gruppe unbewaffneter Erwachsener und Kinder zusammen.“
Er gab Siri den Kommunikator und begann damit, seine Kleidung abzulegen. Rabea und anderen Reisenden schlossen sich an.
„Was machen Sie da?“
Rabea lächelte den Beamten lasziv an. „Uns für die Untersuchung fertig. Komm schon. Welche Körperöffnung willst du zuerst besichtigen?“

„Das reicht jetzt!“
Die Stimme kam von der Decke.
„Hören Sie sofort mit dem Unfug auf! Ich schicke jemanden, der Sie in die Quarantäne begleiten wird.“
„Wer sind Sie?“, wollte Jan wissen.
„Das geht Sie nichts an. Sie werden kooperieren oder sterben.“
Jan sah zum Beamten hinüber. „Sie garantieren die Einhaltung der Konvention?“, fragte er in Richtung der Decke.
„Selbstverständlich“, kam die Antwort von oben.
Der Gesichtsausdruck des Beamten verriet Jan alles, was er wissen musste. „Einverstanden.“

Die Quarantäne-Schleuse öffnete sich. Eine weibliche humanoide Person kam auf die Reisenden zu.
„Entschuldigen Sie das Missverständnis. Wir wurden zu spät informiert. Mein Name ist Regoon Thar, ich bin der diensthabende Mediziner.“
Jan nickte ihr zu. „Natürlich.“
Er gab den anderen ein Zeichen. Sie nahmen ihren Sachen und Seesäcke auf und warteten.
„Sie sind sehr aggressiv für … Erden-Menschen.“ Die Überraschung in ihrer Stimme konnte sie nicht ganz verbergen.
„Das hat uns in den letzten beiden Jahren im Weltall am Leben gehalten.“
Regoon sah Jan überrascht an. „Zwei Jahre? Wo kommen Sie her? Ich dachte …“
„Was dachten Sie?“
Die Medizinerin schloss den Mund. „Wir werden sie gemäß der Konvention ärztlich versorgen. Was danach mit ihnen zu geschehen hat, liegt außerhalb meiner Zuständigkeit.“

Als Rabea am Raumhafen-Beamten vorbeigehen wollte, blockierte er ihr den Weg.
„Wir sprechen uns noch, Primitivling.“
Rabea hob den Kopf und sah den Mann ungerührt an.“Bete zu deinen Göttern, dass das nicht passiert, Herr.“

der Autor: Ryek Darkener ist seit geraumer Zeit in virtuellen Welten unterwegs.
Das Schreiben begann er 2007 mit Fan-Fiction Kurzgeschichten, die sich auf ein Online-Spiel beziehen. Die selbstentwickelten Protagonisten erzählen im Stil einer erfundenen Autobiografie aus der geliehenen Welt.
Im Laufe der Zeit kamen eigene Themen dazu. Ryek schreibt Science Fiction, Fantasy, Mystery. Sein großes Projekt ist eine mehrteilige dystopische Erzählung „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“, von der bisher zwei Teile erschienen sind.

das Projekt: Wir befinden uns in einer Welt nach einem Krieg, der so verheerend war, dass die Überlebenden sogar ihre Götter vom Thron gestoßen haben. Sie nennen den vor fünfhundert Jahren zu Ende gegangenen Krieg den ‚Letzten Krieg‘. Die vorliegende Szene aus dem in Arbeit befindlichen dritten Teil meiner dystopischen Saga „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ beschreibt die Ankunft der Flüchtlinge auf Harain. Weitere Informationen hier.

Genre: Science Fiction / Dystopie

Status: in Arbeit (erscheint voraussichtlich Ende 2017)

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6 Kommentare

  1. Dieter Paul Rudolph

    Beginnen wir mit zwei grammatikalischen Kleinigkeiten: »In der Nähe von ihrer kleinen Schwester«, da sollte eigentlich der Genetiv den Dativ schlagen, also das »von« bitte streichen. Und etwas trifft nicht »für sie alle«, sondern »auf sie alle« zu.
    Man merkt schon: Eigentlich habe ich an dem Text inhaltlich wenig auszusetzen. Einige Stellen ließen sich eleganter formulieren, ein Beispiel: »Der Beamte sah zu vier Sicherheitsleuten hinüber. Sie setzten sich in Richtung der Ankömmlinge in Bewegung.« Hier sollte es »den vier Sicherheitsleuten« heißen und dass sie sich »in Richtung der Ankömmlinge« in Bewegung setzen, dürfte klar sein, könnte also wegfallen.
    Allgemein zu den Dialogen. Hier ist einiges nicht unbedingt notwendig. »Was tun Sie da?«, wollte der Beamte wissen. Natürlich will er das wissen, deshalb fragt er ja. Warum also den Dialogsatz nicht einfach ohne Erläuterung stehenlassen? Dies gilt auch für Jans Antwort. »Nichts«, gab Jan zurück. Dann kommt eine Passage, die mich irritiert, sobald ich sie mir vorstelle. Er und Rabea nahmen die anderen zwischen sich. Die Älteren bildeten mit ihnen einen Kreis um die Jüngeren. Ein paar Absätze vorher haben wir erfahren, wie sich die Gruppe zusammensetzt: Ein erwachsener Mann, eine Fast-Frau, zehn Kinder und Halbwüchsige. Erste Frage: Wie können zwei Personen zehn andere »zwischen sich« nehmen? Das funktioniert nur, wenn ALLE eine REIHE bilden würden. Und wer sind »die Älteren«? Das können wiederum nur Jan und Tabea sein. Und die bilden mit sich selbst einen Kreis? Zwei Personen? Und das um zehn andere? Ich nehme an, mit den »Älteren« sind die Halbwüchsigen gemeint, aber das sollte erwähnt werden. In diesem Zusammenhang gefällt mir auch die Bezeichnung »Halbwüchsige« nicht sonderlich. Warum nicht einfach »Jugendliche«? »Jan und Rabea gaben den Jugendlichen Zeichen, mit ihnen einen Ring um die Kinder zu bilden.«
    Eine weitere unklare Stelle: Die Medizinerin schloss den Mund. »Wir werden sie gemäß der Konvention ärztlich versorgen. Was danach mit ihnen zu geschehen hat, liegt außerhalb meiner Zuständigkeit.« Sie schließt den Mund und beginnt gleich darauf zu sprechen? Dann muss sie ihn wieder geöffnet haben …
    Das Konzept an sich hört sich spannend an, man merkt, dass der Autor seinen Stoff im Griff hat. Ein paar Kleinigkeiten halt … Besonderes Augenmerk würde ich auf die Dialoge legen. Anstatt Selbsterklärendes in Beisätzen zu erläutern, könnte man hier entweder straffen oder stattdessen zusätzliche Informationen einstreuen. »Wer sind Sie?«, wollte Jan wissen. Das »wollte Jan wissen« versteht sich von selbst. Warum nicht »Jan sah nach oben, das kalte Licht der Strahler blendete ihn« oder so ähnlich.

    • Ich kann dem eigentlich nichts hinzufügen außer: Danke!
      Die Kommentare und Hinweise werden mir bestimmt nicht nur bei diesem Textausschnitt weiterhelfen. 😉

  2. Klaus T Rophobie

    Ich finde die Ausführlichkeit, mit der hier letztlich profane Einreiseformalitäten (seien sie auch mitunter etwas spröde) geschildert werden, ziemlich irritierend. OK, falls das an dieser Stelle dazu dient, bisher nicht bekannte Seiten der Protagonisten aufzuzeigen. Sollte diese Art von Detailversessenheit aber typisch für das gesamte Buch sein, würde mich das eher abschrecken.

    • Die Geschichte wird auch andere Szenen beinhalten. Allerdings kommt es, da stimme ich zu, auf die Erwartungshaltung des Lesers an. Der eine mag einen etwas längeren Anlauf, während der andere die Helden von Schlacht zu Schlacht gehetzt sehen will. Beides ist völlig in Ordnung, aber gleichzeitig kann man (zumindest ich) das nicht schreiben. 😉

  3. Hat dies auf Ryek Darkeners Blog rebloggt.

Trackbacks

  1. Der Geist der Zukunft (AT) – Ryek Darkeners Blog

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