Dietmar Kauscheder: Der Untergang Europas – Vorbei und lange vergessen

kauschederIm Europa des Jahres 2091 haben nach der Wirtschaftskrise und einer verheerenden Klimakatastrophe zu Beginn des Jahrhunderts die Führungseliten einzelner Reiche die Macht an sich gerissen. Der Wettbewerb um die versiegenden Ressourcen bestimmt das gesellschaftliche und politische Leben.  Lukas Esterházy, der junge Kaisersohn aus Wien, gerät auf der Suche nach seiner entführten Schwester in Schwierigkeiten. Doch er muss sich nicht nur im Kampf, sondern auch in der Bewältigung seiner Gefühlswelt bewähren. Im Nordosten des Kontinents braut sich ein militärischer Konflikt des starken russischen Heeres mit dem baltischen Städtebund, der Heimat von Agneta Kakys, und den Familien in St. Petersburg zusammen. Zahlreiche Intrigen um Macht und Einfluss nehmen ihren Lauf. Währenddessen kämpft sich Jeffrey Tilsdale, ein Soldat der Londoner Armee, mit seinen Männern durch die unwirtliche Wüste in Südfrankreich.

Leseprobe

»Lukas, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist«, bemerkte Bernie kleinlaut.

»Er hat Recht, Majestät. Ihr solltet nicht -«.

»Schweigt, alle beide!« Herrisch warf Lukas allen im Raum einen vernichteten Blick zu. Selbst Viktor, der nichts gesagt hatte, bekam die wortlose Drohung zu spüren. »Major Nikolic, führt meine Anweisung aus. Das ist ein Befehl!«

»Ihr habt gewonnen, Lukas. Ich erkläre es Euch.«

Mit einigen schnellen Schritten war Major Pischinger bei Lukas und stieß ihn kraftvoll gegen die Wand. Überrascht von der plötzlichen Attacke riss Lukas die Augen auf. Bevor er jedoch etwas dagegen tun konnte oder die anderen reagierten, drückte ihn der Major mit dem Unterarm an der Kehle gegen die Mauer. Mit der Rechten führte er sein Messer an Lukas Hals. Viktor hielt den Atem an, niemand bewegte sich.

»Hört genau zu, Lukas, denn ich werde es nicht wiederholen. Und ihr anderen setzt euch wieder hin. Niemand kommt herüber.« Die Stimme des Majors war kaum zu hören. Viktor und Bernie waren beide entsetzt aufgesprungen, sanken aber augenblicklich zurück auf die Couch. Nikolic zögerte etwas länger, nahm aber ebenfalls wieder Platz. Seine Hand ruhte auf dem Griff seines Dolches. Hoffentlich machte er keinen Fehler. Viktor empfand Angst. Darüber, dass die Situation so entglitten war. Darüber, dass Lukas Schaden nehmen könnte. Und dass sie alle dafür ins Gefängnis kommen würden, sollte der Kaiser davon erfahren. Was hatte der Major bloß vor?

»Niemand setzt mich ungestraft dermaßen unter Druck, Bursche. Ich habe Euch gewarnt. Ihr legt Euch mit dem falschen Mann an. Aber ich bin ein Mann von Ehre, ich stehe zu meinem Wort. Dabei ist mir meine Karriere so was von scheißegal, aber wenn ich jetzt eingesperrt werde, ist die Spur kalt. Und das werde ich nicht zulassen. Ihr kommt mir hier nicht in die Quere, ihr alle nicht. Ihr wollt wissen, warum ich hier bin. Weil es meine Tochter ist, über die wir hier reden.«

Der Major starrte Lukas feindselig an. Lukas starrte fassungslos zurück.

Genre: Future-Fiction

Status: veröffentlicht

Der Autor über sein Buch:

„Als begeisterter Leser epischer, post-apokalyptischer Romane fehlt mir seit Jahren ein adäquater Beitrag aus dem deutschsprachigen Raum in diesem Genre. Zusätzlich versetzen die meisten derartigen Romane den Leser in künstliche, unbekannte Welten – wie gut diese auch gestaltet sein mögen, ein ansatzweiser Realitätsbezug wäre oft wünschenswert.“

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9 Kommentare

  1. Dieter Paul Rudolph

    Ich muss gestehen, dass ich die Passage mehrmals lesen musste, um herauszufinden, um was es eigentlich geht. Das liegt wohl an der Kürze des Ausschnitts. Lukas, das wissen wir, ist ein Sohn des österreichischen Kaisers. Er befiehlt etwas, das einem Mayor Pischinger nicht gefällt, der darauf hin den Kaiser mit einem Dolch bedroht. Was sofort auffällt, ist die Art und Weise, wie die anwesenden Offiziere mit Lukas, immerhin Kaisersohn, reden. Einer nennt ihn Majestät, der andere beim Vornamen. Pischinger selbst nennt ihn gar „Bursche“. Die Sprache, vor allem die der Dialoge, ist hingegen durchaus „altmodisch“ im historischen Sinn. Mit einer Ausnahme. Pischinger bekennt, seine Karriere sei ihm „so was von scheißegal“, und das passt nicht zu gewählten Sprachebene. Der Dialogsatz kurz vor Pischingers Attacke ist irritierend, da er keinem Sprecher zugeordnet ist. »Ihr habt gewonnen, Lukas. Ich erkläre es Euch.« Wer sagt das?
    Ein kritischer Punkt ist die Schilderung des Ablaufs der Attacke. Sie sollte ja dynamisch sein, die Überraschung des Angriffs ausdrücken und möglichst frei von Reflexionen. Von denen gibt es im Text einige, die meines Erachtens genau diese Dynamik behindern. „Überrascht von der plötzlichen Attacke riss Lukas die Augen auf.“ Dass Lukas davon überrascht ist, muss eigentlich nicht besonders betont werden, zumal er die Augen aufreißt. Problematisch ist vor allem diese Passage: „Nikolic zögerte etwas länger, nahm aber ebenfalls wieder Platz. Seine Hand ruhte auf dem Griff seines Dolches. Hoffentlich machte er keinen Fehler. Viktor empfand Angst. Darüber, dass die Situation so entglitten war. Darüber, dass Lukas Schaden nehmen könnte. Und dass sie alle dafür ins Gefängnis kommen würden, sollte der Kaiser davon erfahren. Was hatte der Major bloß vor?“
    Wer erzählt hier? Wer stellt fest, dass sich Viktor so ausgiebig Gedanken macht? Es kann eigentlich nur ein ziemlich „allwissender“ auktorialer Erzähler sein, er weiß wirklich alles, kennt sogar die Gefühle. Mir ist das an dieser Stelle etwas zu viel, es „entschleunigt“ die eigentliche, ja doch ziemlich dramatische Handlung. Gegen einen allwissenden Erzähler hingegen lässt sich generell nichts sagen, wenn diese Strategie über den gesamten Text beibehalten wird. Darauf sollte der Autor achten und vielleicht diese reflektierenden Ebenen ein wenig dosieren. Von der Idee her sicher ein interessanter Text und der Autor zeigt durchaus, dass er ihn umsetzen kann.
    Ach ja, noch kurz zu den letzten beiden Sätzen. „Der Major starrte Lukas feindselig an. Lukas starrte fassungslos zurück.“ Bitte streichen. Dass beide sich in dieser Situation anstarren: klar. Dass der Major feindselig starrt: auch klar. Und Lukas fassungslos: was sonst?

    • Vielen Dank. Ich komme leider erst jetzt etwas verspätet dazu, mir das umfangreiche Feedback durchzusehen und bin ziemlich baff von der Ausführlichkeit der Anmerkungen. Natürlich werde ich mir die konkreten Punkte genauer zu Gemüte führen und entsprechende Änderugen überlegen.

      Nochmals: Das Ganze ist eine tolle Idee.

    • Ad Scheißegal: ich wollte damit (so wie es auch HPRoentgen gesehen hat) die Emotion des Offiziers sichtbar machen.
      Ad Inhalt: ja, kurze Ausschnitte aus der Mitte eines Romans sind für einen Review vielleicht doch nicht wirklich brauchbar. Der Inhalt lässt sich so nur schwer einordnen.
      Ad allwissender Erzähler: Ich habe meinen Roman so aufgebaut, das in jedem Kapitel ein eindeutiger Erzähler die Handlung darstellt (ist zu Beginn auch immer klar). In diesem Fall erfolgt die Schilderung aus Sicht Viktors. Deshalb kommen in der Szene dann z.B. auch Viktors Gedanken zum Ablauf des Angriffs vor.
      Ad Reflexion: ein guter Einwand. Gerade in dieser Szene sind die Reflexionen vermutlich zu viel. Entschleunigung war definitiv nicht die Absicht.

  2. Elsa Rieger

    Ich denke, da ist noch einiges an Textarbeit zu tun, Redundanzen zu eliminieren, sprachliche Registersprünge zu bereinigen, Wiederholungen, die keine Stilmittel sind, zu streichen. Aber ich denke, das lohnt sich.

  3. Das Gesamtpaket stößt bei mir auf Widerwillen. Die „Einordnung“ als „Future-Fiction“ (1) und das Naserümpfen über „künstliche, unbekannte Welten“ (2) klingen extrem nach einem Verkünstler, statt nach einem souveränen Erzähler. Und tatsächlich passt die Leseprobe auch genau dazu: Es soll wohl sowas wie ein Action-Moment sein, klingt dafür aber zu umständlich. Dazu kommen Satzfehler (3), Ablauflauflücken und unlogische oder unklare Elemente.

    1 Was ist an SF oder Dystopie so schlimm, dass man sich ein neues Wort ausdenken muss?
    2 … als sei diese hier nicht auch künstlich und trotz aller geografischer Bezüge unbekannt. Was wäre an einer realgeographischen Verortung eigentlich so „wünschenswert“, was wäre der Vorteil? Und: Ich kenne viel SF mit geographisch realer Verortung und anderen Realitätsbezügen.
    3 Bei einem schon veröffentlichten Text „darf“ man Rechtschreib-, Grammatik und Satzfehler ja als Makel erwähnen. Oder?

    Details zum Text:

    ***»Er hat Recht, Majestät. Ihr solltet nicht -«.
    *Drei Punkte (nicht Bindestrich) wäre das korrekte Zeichen.

    ***»Schweigt, alle beide!« Herrisch warf Lukas allen im Raum einen vernichteten Blick zu. Selbst Viktor, der nichts gesagt hatte, bekam die wortlose Drohung zu spüren. »Major Nikolic, führt meine Anweisung aus. Das ist ein Befehl!«
    *„Herrisch“ und „vernichtend“ – das ist eins zu viel (über-beschreibend) und in der Aussage auch noch widersprüchlich.
    *Ausrufezeichen nach „Anweisung aus“ fehlt

    ***»Ihr habt gewonnen, Lukas. Ich erkläre es Euch.«
    *Wer sagt das?
    *Für mich klingt das unlogisch: Wenn er gewonnen hat, was gibt es denn da noch zu erklären? (Man kann jemanden etwas erklären, was dieser offenbar nicht verstanden hat.) Aber das wird vielleicht durch den Text davor klar, auch wenn ich mir grade keine plausible Variante dafür vorstellen kann.

    ***Überrascht von der plötzlichen Attacke riss Lukas die Augen auf. Bevor er jedoch etwas dagegen tun konnte …
    *… gegen das Augenaufreißen?

    ***Bevor er jedoch etwas dagegen tun konnte oder die anderen reagierten, drückte ihn der Major mit dem Unterarm an der Kehle gegen die Mauer.
    *Ich konzentriere mal auf: Er drückt ihn gegen die Wand. Bevor jedoch jemand reagiert/es ändert, drückt er ihn an die Wand. – Das ist doppelt gemoppelt und das „jedoch“ ist hier weitgehend sinnfrei.

    ***… niemand bewegte sich.
    »Hört genau zu, Lukas, denn ich werde es nicht wiederholen. Und ihr anderen setzt euch wieder hin. Niemand kommt herüber.«
    * Wieso sagt er „Setzt euch wieder!“? Die bewegen sich nicht mal!

    ***»Hört genau zu, Lukas, denn ich werde es nicht wiederholen. Und ihr anderen setzt euch wieder hin. Niemand kommt herüber.« Die Stimme des Majors war kaum zu hören.
    * Warum sagt er quer durch den Raum zu den anderen „Setzt euch!“ so leise? Hofft er, dass sie es nicht hören und er einen Grund hat, Lukas abzustechen?

    ***Viktor und Bernie waren beide entsetzt aufgesprungen, sanken aber augenblicklich zurück auf die Couch.
    * Deutlich zu spät gesagt (nachgereichte Erklärung), der Lese-Stolperer ist schon längst passiert.

    ***Nikolic zögerte etwas länger, nahm aber ebenfalls wieder Platz. Seine Hand ruhte auf dem Griff seines Dolches. Hoffentlich machte er keinen Fehler. Viktor empfand Angst.
    * Wer denkt das mit dem Fehler? Nikolic oder Viktor?
    * Wer macht hoffentlich keinen Fehler? Lukas? Pichinger? Nikolic? Viktor? Oder gar Bernie?

    ***Viktor empfand Angst. Darüber, dass die Situation so entglitten war. Darüber, dass Lukas Schaden nehmen könnte.
    *Situationen entgleiten nicht, Kontrolle kann einem entgleiten.
    *Angst hat man um, vor oder wegen etwas – nicht über.

    ***Und dass sie alle dafür ins Gefängnis kommen würden, sollte der Kaiser davon erfahren.
    * … davon, dass die Situation außer Kontrolle geriet?? Mir fällt kein Kontext ein, der logisch erscheinen lassen würde, dass sie deshalb eingesperrt werden.

    *** Was hatte der Major bloß vor?
    * Pichinger? Es könnte auch Major Nikolic gemeint sein.

    ***»Niemand setzt mich ungestraft dermaßen unter Druck, Bursche. Ich habe Euch gewarnt. Ihr legt Euch mit dem falschen Mann an. Aber ich bin ein Mann von Ehre, ich stehe zu meinem Wort. Dabei ist mir meine Karriere so was von scheißegal, aber wenn ich jetzt eingesperrt werde, ist die Spur kalt. Und das werde ich nicht zulassen. Ihr kommt mir hier nicht in die Quere, ihr alle nicht. Ihr wollt wissen, warum ich hier bin. Weil es meine Tochter ist, über die wir hier reden.«
    * Wer sagt das? Ich rate mal, dass es Pischinger sein könnte. (Was er da erzählt, verstehe ich nicht ganz {wieso denkt er, dass er eingesperrt wird?} – hoffentlich nur mangels Kontextwissen.) Also hält er Lukas die ganze Zeit das Messer an die Kehle. Auch noch ab „Ihr wollt wissen …“? Fühlt sich für mich falsch an; würde ich als Schauspieler nicht so spielen.
    * „Messer an die Kehle“ ist schon eine stark überzogene Reaktion auf „unter Druck setzen“, oder?
    * „Bursche“ und „Ihr/Euch“ passt nicht zusammen.

    *** Weil es meine Tochter ist, über die wir hier reden.
    * Em … Interpretiere ich das richtig, dass Lukas seinen eigenen Vater nicht erkennt? Und auch die anderen den Kaiser nicht erkennen? Und dass der Kaiser denkt, er würde eingesperrt???? – Ich hoffe echt, dieses Mädchen (die hier erwähnte Pischinger-Tochter) ist nicht die im Klappentext genannte Schwester von Lukas …

    ***Der Major starrte Lukas feindselig an. Lukas starrte fassungslos zurück.
    * Unpassendes Wortspiel für mein Empfinden.

    Nochmal zusammengefasst: Hier würde mich weder der Text an solcher noch die Werbeelemente „Genre“ oder „Erklärung des Autors“ ansprechen. Also Tipp: Nicht krampfhaft originell sein wollen und sich als Erfinder eines neuen (Sub)Genres aufspielen! Wichtiger aber: Den Text überarbeiten! Ob die Geschichte als solche funktioniert (also z. B. der Spannungsbogen gut „sitzt“) kann ich natürlich nicht beurteilen.

    • Danke für das sehr umfangreiche und detaillierte Feedback. Ich hab’s jetzt mehrmals durchgesehen und möchte folgendes anmerken:

      Ad Dystopie: Ich hatte meinen Roman ursprünglich als Dystopie bezeichnet aber von einigen Lesern die Rückmeldung erhalten, das sie dieses Genre für meinen Text nicht zutreffend finden. Daher eine andere Bezeichnung. Sieht sicher jeder ein wenig anders.

      Ad geographische Bezüge: Ich will damit andere, künstliche Welten überhaupt nicht schlecht machen. Im Gegenteil lese ich diese selbst ausgesprochen gerne. Fakt ist aber auch, das die großen Serien der letzten Jahre alle entweder direkten Amerika-Bezug aufweisen oder eben in erfundenen Welten spielen. Ich persönlich finde es als erfrischend, wenn ein fiktiver Roman in Gegenden spielt, die ich persönlich kenne oder diese bereist habe. Vorteil/Nachteil – kann ich nicht sagen. Ich sehe es als Unterscheidungsmerkmal.

      Ad Fehler: Natürlich ist das ein Makel!

      Ad „-„ vs. „…“: interessanter Einwand. Ich habe auch in den Verlagsbüchern nachgesehen. Es wird einmal so, einmal so umgesetzt. Mir persönlich gefallen die „…“ auch besser.
      Ad gewonnen: im Text davor wird darauf gedrängt, dass der Offizier seine Beteiligung an der Reise erklärt, was er bisher verweigert hat.

      Ad Satzstellungen: nehme ich zu Kenntnis. Hier gibt es im Detail sicher noch einiges an Verbesserungspotential.

      Ad „wer denkt/erzählt“: Ich habe meinen Roman so aufgebaut, das in jedem Kapitel ein eindeutiger Erzähler die Handlung darstellt (ist zu Beginn auch immer klar). In diesem Fall erfolgt die Schilderung aus Sicht Viktors. Natürlich ist dies aus der kurzen Passage nicht ersichtlich. Dadurch gibt es aus meiner Sicht klarerweise einige Anmerkungen, die beim Lesen von Anfang an nicht auftreten würden.

      Ad Zusammenfassung: tut mir leid, deinen Widerwillen erregt zu haben. Krampfhaft originell wollte ich nicht sein, aber dennoch von Anfang an klar machen (eben auch aufgrund Anregung seitens Leser), womit man es im ganzen Text zu tun bekommt.
      Alles in allem finde ich das auf einzelne Sätze bezogene Feedback interessant. Natürlich kann man jeden einzelnen Abschnitt auf diese Art zerlegen. Ich frage mich aber, ob ich dies als 0-8-15 Leser selbst so tun würde. Dennoch nochmal danke für deine Kommentare.

      • Hallo Dietmar,

        stimmt, ein 08/15-Leser würde es nicht so zerpflücken. Ich mach das auch nur bei Lektoraten oder eben in Werktstätten; wenn es um die Besprechung eines ganzen Buches geht, schalte ich den Lektorenmodus auf Minimum. Manchmal hilft der Blick ins Detail aber, denn Details bestimmen den Gesamteindruck mit.

        Wenn du nicht krampfhaft originell sein wolltest, dann ist das gut (das gibt es nämlich leider recht oft). Da siehste mal, wie schnell der Eindruck täuschen kann. 😉 Ich weiß zwar nicht, warum Dystopie bei diesem Buch falsch sein soll, aber wenn du das Wort nicht benutzen willst und auch Science Fiction nicht magst, lass eine Namensgebung für den Leser (nicht den Verlag!) einfach weg – einfach in die passendste Kategorie einsortieren (etwas wie „Futur Fiction“ gibt es bei amazon z. B. gar nicht) und gut is.

        Zu den Anführungszeichen: Mir stacheln die franzözischen Zeichen zwar tatsächlich immer in den Augen, aber das ist nicht wirklich ein Kritikpunkt. Solange die Zeichensetzung stimmt, ist das schon okay. (Richtig hässlich sieht es erst aus, wenn man sowohl die französischen „Pfeile“ als auch die deutschen {halben} „Gänsefüßchen“ in einem Text verwendet …)

        Gruß von
        jon

  4. Gut geschrieben, aber verwirrend. „Majestät“ ließ mich vermuten, dass der Kaiser anwesend ist. Dass er sie alle einsperren würde, wenn er davon erfährt, deutet darauf hin, dass der Kronprinz mit „Majestät“ angesprochen wird. Soweit ich weiß, gibt es für den Kronprinz doch eigene Anrede (Prinz?).
    Generell ist es am Anfang verwirrend, unterschiedliche Namen zu verwenden (Lukas, Majestät). Entweder gleich Prinz Lukas am Anfang. Oder Lukas, weil alle im Raum miteinander befreundet sind und sich beim Vornamen nennen, auch Lukas.
    Generell viele Personen, das macht es schwierig dem Text zu folgen, sollte das die erste Szene sein.
    »Ihr habt gewonnen, Lukas. Ich erkläre es Euch.« Das verstehe ich nicht. Vermutlich sagt das Major Pischinger? Aber würde der erst ruhig so etwas von sich geben, bevor er sich über Lukas hermacht? Wohl eher nicht. Dieses Dialogeinsprengsel könnte man streichen.
    Also an den Details würde ich feilen. Klarer Aufbau der Szene. Dennoch eine gute Einleitung eines Buches – wenn es klarer formuliert wird.
    Herzliche Grüße, Hans Peter

    PS: Dieter, die unterschiedlichen Sprachebenen können auch die unterschiedlichen Personen und vor allem deren Gefühlsebenen widerspiegeln. Wer wirklich auf Anschlag fährt (das tut ja der Major), der kümmert sich nicht mehr um die Hofsprache, auf die er sonst achtet. Da kann auch die Verachtung durchschlagen, die sonst sorgfältig verborgen wird (Bursche!).

    • Danke erstmal für das Feedback.
      Ad Majestät: Stimmt, ist tatsächlich genau in diesem Ausschnitt falsch (habe gerade das ganze Skript durchsucht und nur diese eine Stelle gefunden). Sonst wird überall nur der Kaiser als Majestät angesprochen.
      Ad unterschiedliche Namen: Ich hatte als Text-Ausschnitt eine Stelle in der Mitte des Buches gewählt. Dadurch ist es natürlich etwas mühsam, die zuvor bereits vorgestellten Personen und ihre Stellung zueinander zu verstehen.
      Ad ruhige Mitteilung: Danke, sehr guter Hinweis. Ist definitiv in der Situation nicht angebracht.

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