O.M. Gott: Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen!

rahn_demoEin Fußballhasserthriller? Es gibt nur einen deutschsprachigen Krimiautor, der sich so etwas traut. O.M. Gott! Der Autor solcher Werke wie „Zahnlos – Das Dorf der Imbezilen“, in dem die Zahnarztplage thematisiert wird, und „Pegida mon amour“, dem einzig gültigen Kommentar zur politischen Lage, widmet sich nun dem letzten Tabuthema: dem Fußball! Und wie! Ein junges Großtalent, Ronny Rahn, wird entführt. Ein Mord geschieht. Privatdetektiv Jens Rehlers steckt bis zur Schädeldecke im Dreck, seine lesbisch-kasachische Assistentin Natascha desgleichen. Und da niemand sie rauszieht, müssen sie das schon selbst tun. Wie immer bei Gott: Ein Roman, der auf politische Korrektheit pfeift, keinen Kalauer und keinen schiefen Vergleich achtlos am Wegesrand liegen lässt. Die folgende Leseprobe zeigt unsere beiden Helden am Anfang ihres Abenteuers. Vorübergehend geht es ihnen wirtschaftlich besser und sie frönen den Wonnen eines Sternelokals. Nicht ahnend, dass genau dort die Katastrophe ihren Lauf nehmen wird …

Leseprobe

Wunderbar spätrömisch-dekadente Tage also. Wir speisten in edlen Locations wie Grimms Meerchen, einem auf Seefisch und Meeresfrüchte spezialisierten Lokal mit einem 100.000-Liter-Aquarium, in dem ein Hammerhai friedlich seine Runden drehte. Den Hummer, der alsbald krebsrot den Teller zieren würde, begrüßte man mit Handschlag, ebenso den Besitzer des Restaurants, einen Herrn Grimm, blasierte Mimik, geöltes Haar mit akkuratem Scheitel links und seit Jahrzehnten selbst zum Schlafen nicht mehr seinem Smoking entstiegen. Man wird verstehen, dass wir uns nicht nach unserem ehemaligen Stammlokal, dem CLEMENS’S, und seiner feindseligen Bedienung Emily zurücksehnten, einem Ort, an dem man Fischstäbchen als maritimes Gaumenabenteuer und in Salzwasser getunkte Bananen als Meeresfrüchte verkaufte. Wer Geld hat, hat auch Stil, so sagt es der Volksmund. Und wir hatten Geld. Noch.
Es war einer dieser Abende, an denen sich die städtische Schickeria bei Grimm traf, um dessen neuestes Angebot, den »Fischteller Karibik« zu verkosten, einen Augen- und Gaumenschmaus der besonderen Art, inklusive des sehr seltenen Karibischen Feuerbarschs mit seinem auf der Zunge zergehenden Fleisch und den winzigen Gräten, die beim Runterschlucken sanft und durchaus sinnlos die Speiseröhrenwand kitzeln. Man findet das farbenprächtige Tier ausschließlich in den Fanggründen vor der idyllischen Insel Santa Marguerita del Torro und auch das nur bei Vollmond. Er wird sofort eisgekühlt verpackt, am Zoll vorbeigeschmuggelt und in alle zivilisierten Länder geliefert, wo die Gourmets bereits ihre Lätzchen vor der Brust und das Fischmesser in der Rechten haben.
»Ein Gedicht!«, schwärmte ich, »schade nur, dass dieses wunderbare Tier bald ausgestorben sein wird.«
»Schade auch, dass unsere finanziellen Mittel bald ausgestorben sein werden«, spielte Natascha die Spielverderberin. Ich sah sie tadelnd an.

Autor: Hinter O.M. Gott verbirgt sich ein wohlbekannter Autor seriöser Kriminalromane, der gelegentlich die Sau rauslässt und sich dafür ein Pseudonym gewählt hat.

Genre: eindeutig Krimi

Status: in Arbeit, soll zu Beginn des Jahres 2017 erscheinen, ca. 200 Seiten

Link: Gottes Werke so far

 

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6 Kommentare

  1. Vivienna Norna

    Eine wundervolle detailierte ud beschreibende Art und Weise zu schreiben. Damit ist der Ausschnitt sehr angenehm zu lesen. Das Thema trifft nicht ganz meinem Gescmack aber das ist ja auch in diesem Projekt unwichtig.
    Toll geschrieben 😄

  2. Vivienna Norna

    Es ist sehr bildhaft geschrieben, was ich sehr mag. Der Ausschnitt ist angenehm zu lesen und vermittelt bereits eine gewisse Atmosphäre, was ich ebenfalls wichtig finde. So fühlt man sich als leser auf eine gewisse Weise intrigiert.
    Toll

  3. Mir würde in diesem Zusammenhang „Etablisements“ besser als „Locations“ gefallen.

  4. Wunderbar skurriler Text, flott geschrieben, nicht mal ich habe was zu meckern. Na gut, „spielte Natascha die Spielverderberin“, die Formulierung hat mich nicht ganz überzeugt.

  5. Hier wird das, was üblicherweise beim Schreiben nicht gemacht werden soll, mit großer Freude zelebriert. Die Handlung wird zur Nebensache, aber was soll’s? Der Lesegenuss ist für mich auf jeden Fall gegeben.

  6. Der Text gefällt mir deshalb ausserordentlich gut, weil der Autor damit eine sehr eigene Stimme darstellt. Klasse. Liest sich für mich, wie die guten, alten Detektivromane. Allerdings auf sehr schöne Weise in die heutige Zeit transportiert. Dieser Stil verdient, wieder entdeckt zu werden, denn in der heutigen Fülle von Veröffentlichungen ist das fast ein Alleinstellungsmerkmal. Weiterhin sehe ich hier Schreibhandwerk, das ich gern weiter im Blick behalten werde, denn ich lese nur noch Bücher, zu denen ich aufschauen kann.
    Der Antagonist Jens Rehlers und seine Assistentin Natascha werden sofort als Team sympathisch. Die Neugier darauf, was ihnen widerfährt, ist augenblicklich entfacht. Das ist großartig.
    Vor diesen hier lesbaren Anfang ist schließlich in dem veröffentlichten Buch ein Anfang gesetzt. Sollte diese Leseprobe der Anfang gewesen sein, wäre genau das mein einziger Kritikpunkt gewesen. Mit der Veröffentlichung gibt es für mich nix zu meckern.
    Am interessantesten verfolge ich die Schreibweise des Ich-Erzählers am Anfang. Aus diesem Grund werde ich das Buch mehrmals lesen und weitere Texte suchen. Ich finde es bemerkenswert, wie die Schwierigkeit gemeistert wird, dass der Erzähler ja nicht in jeder Situation dabei sein kann.

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