Was ist eigentlich – Achtung, Schimpfwort! – Unterhaltung?

Seit nunmehr einem halben Menschenleben beschäftige ich mich mit Literatur, praktisch und theoretisch. Ich habs sogar studiert und kenne die Begrifflichkeiten. Aber eine Sache lässt mich nach wie vor ratlos zurück. Die Sache mit der Unterhaltungsliteratur …
Eines immerhin weiß ich: Auf der Skala der literarischen Wertigkeit steht »Unterhaltung« ziemlich weit unten. Und noch etwas weiß ich: Auf der Skala der Beliebtheit steht »Unterhaltung« unangefochten ganz oben. Seltsam, oder? Welche Schlüsse ziehen wir daraus? Man darf es sich aussuchen. Entweder sind die Kritiker weltfremd oder die Leser sind dumm. Beide Varianten befriedigen nicht wirklich.

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Roman-Arbeitstagebuch, dritter Eintrag. Relative Zeiten

Ein Roman hat immer zwei Geschwindigkeiten: die, in der er geschrieben, und die, in der er gelesen wird. Diese Geschwindigkeiten differieren in der Regel, denn selbst der schnellste Schreiber ist dem Normalleser unterlegen. Das Ergebnis kann eine Sinnestäuschung sein, die nämlich, dass ich als Autor das Tempo, in dem ich meine Geschichte ausbreite, falsch einschätze und damit eine dritte Geschwindigkeit verpfusche, die der Handlung nämlich.

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Auf Facebook gibts noch mehr …

Die verlorenen des Mondes_fbklein… von „Die Verlorenen des Mondes“ nämlich. Wer sich dafür interessiert, was aus dem Roman wird, um was sich überhaupt die Handlung dreht und was es noch so an Hintergrundinformationen gibt, der ist eingeladen, die Seite zu verfolgen und ein Däumchen zu spendieren.

 

Roman-Arbeitstagebuch, zweiter Eintrag. Das Genre, Dichtung und Wahrheit

verlorene-blogWas passiert, wenn eine Atombombe in unmittelbarer Nähe eines Asteroiden explodiert? Okay, es macht nicht »bäng!«, das weiß ich auch ohne Google. Wie wirkt sich die verminderte Schwerkraft des Mondes auf körperliche Arbeit aus? Erleichterung oder Erschwernis? Wie ist es überhaupt mit der Schwerkraft? Kann man sie künstlich erzeugen (ja) und hat sie möglicherweise unangenehme Folgen (auch ja)?

Man merkt es schon: Der Herr schreibt einen Science-Fiction-Roman. Er tummelt sich in einem Genre, das nicht sein natürliches ist, aller Crime-Elemente ungeachtet. Aber welche Fachkenntnisse braucht man überhaupt, um sich in einem Genre ohne Peinlichkeit auszubreiten? Stimmt die naheliegende Gleichung »Je mehr Kenntnisse, desto besser das literarische Produkt«?

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Was ist eigentlich »ein gutes Buch«?

Die meisten von uns kennen das. Man sitzt, noch ein Dreikäsehoch, in der Ecke und heult, weil die anderen Insassen des Kindergartens nicht mit einem spielen wollen. Fräulein Elfriede eilt herbei und streichelt zärtlich über den traurigen Kindskopf. »Warte nur ab, bis die rausfinden, dass du auch deine guten Seiten hast. Dann wollen alle mit dir spielen.«

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Roman-Arbeitstagebuch, erster Eintrag. Die Exposition der Exposition

Wenn man mich fragt, wie ich einen längeren Text organisiere und »plotte«, dann pflege ich zu antworten: sukzessive-assoziativ. Klingt doch gut, oder? Ich könnte auch sagen: überhaupt nicht. In meinem Kopf gibt es eine Grundidee, die lasse ich dort erst einmal stehen und warte ab, welche weiteren Ideen sie aus der kreativen Abteilung meines Hirns herauszieht, wenn überhaupt: Denn eine Grundidee, die nicht magnetisch ist, kann keine gute Idee sein.

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Schritt für Schritt zum professionellen eBook -3-

In den bisherigen zwei Folgen wurde versucht, die Schritte bei der Erstellung eines einigermaßen professionellen eBooks nachzuvollziehen. Abschließend soll es um das gehen, was ich als professioneller Autor, d.h. als jemand, der von seiner Arbeit leben möchte und muss, zu beachten habe, um mein Produkt (ich nenne es ganz bewusst nicht »Werk«) in einen Zustand zu versetzen, der es erlaubt, mit der ebenfalls professionellen Konkurrenz in einen aussichtsreichen Wettstreit zu treten. Auf die grafische Schritt-für-Schritt-Darstellung sei hierbei verzichtet, ich versuche vielmehr einen kleinen »persönlichen Erfahrungsbericht« abzuliefern.

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Zehn endgültige Wahrheiten über das Lektorat

So. Lektorat. Das solltet ihr wissen. Es ist eine Grundlage, von der aus man als Wortschaffender ausgehen kann, um den passenden Lektor zu finden. Oder auch nicht. Alles weitere regele man dann untereinander und verschone uns mit Schauermärchen. Weiterlesen

Die schwere Leichtigkeit des Schreibens

Schreiben lernen – kann man das überhaupt? Sind wir Wortmetze tatsächlich auf einer technischen Stufe unserer Arbeit nichts weiter als Metzger und Schreiner, Fliesenleger und Elektriker? Die kurze Antwort: Ja. Was sonst. Auch Autoren brauchen Wissen und Wissen ist das Ergebnis von Lernprozessen, von ständiger Wiederholung einzelner Arbeitsschritte. Hier die nach meiner Erfahrung sechs wichtigsten Stationen. Weiterlesen

Schritt für Schritt zum professionellen eBook -2-

Im ersten Teil unserer kleinen Anleitung wurde auf die absolut notwendigen Maßnahmen eingegangen, die Qualität eines eBooks (und eines veröffentlichten Textes überhaupt) einigermaßen „tolerierbar“ zu machen. Professionell ist es damit noch lange nicht. Im zweiten Teil soll die Qualität vorangetrieben werden, nicht nur durch Verfeinerung des Textes selbst, sondern auch durch flankierende Maßnahmen wie Marketing, mediale Unterstützung etc. Einige dieser Dinge kosten Geld und es kann nicht garantiert werden, dass Sie dieses Geld durch die Verkaufserlöse wieder in die eigene Tasche zurückbekommen. Dafür jedoch haben Sie die Möglichkeit, sich eine solide Basis für Ihre weiteren Veröffentlichungen zu schaffen.

Die Grafik bitte wieder von oben nach unten lesen, obwohl diesmal die Gliederung in den meisten Punkten austauschbar ist. Im Anschluss einige notwendige Erläuterungen.

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  • Lektoratsgutachten: Verglichen mit dem Volllektorat leistet das Lektoratsgutachten weniger „High End“-Arbeit (Formulierungen, sonstige stilistische Eingriffe etc.), sondern widmet sich allgemeineren Dingen wie Struktur, Dramaturgie, Lesefreundlichkeit, logischen Brüchen und Spannungsdynamik. In Verlagen sind Lektoratsgutachten vor allem üblich, um die Verkäuflichkeit eines Textes einschätzen zu können sowie den mit der eigentlichen Lektoratstätigkeit verbundenen Aufwand. Im besten Fall erfahren Sie also, wo die Schwächen Ihres Textes liegen und wie seine Marktchancen sind, eine ideale Grundlage für eine weitere Überarbietung Ihrerseits, wenn Sie sich nicht doch zu einem Volllektorat entschließen. Der große Vorteil des Lektoratsgutachtens liegt natürlich in den damit verbundenen Kosten. Im Prinzip arbeitet der Lektor in EINEM Durchgang (üblich sind zwei), was die Kosten in etwa halbiert. Sie können dafür eine ausführliche Analyse erwarten, mit der Sie konkret arbeiten können, Lösungsvorschläge inklusive. Ein Preis von 2-3 Euro / Normseite ist akzeptabel.
  • Das Thema „Zielgruppenanalyse“ ist komplex, ein wesentlicher Baustein wird dabei jedoch oft vergessen: Was lesen eigentlich Ihre potenziellen Leser sonst noch so? Welche Qualität, welche Aufmachung hat Erfolg und welche nicht? Es ist dabei irrelevant, ob Ihr Text „gut“, gar „besser“ ist als die Konkurrenzprodukte. Er muss passgenau sein, also möglicherweise weniger komplex, mehr „stromlinienförmig“. Dies sollte Sie vor allem dann interessieren, wenn Sie Genreliteratur schreiben, also keine Ambitionen besitzen, einen literarisch anspruchsvollen und damit weniger gut verkäuflichen Text anzubieten, der eigenen Gesetzen folgt. Darum: Lesen Sie viel! Lernen Sie von der Konkurrenz und verarbeiten (nicht: imitieren!) Sie das, was Ihnen bei der Lektüre auffällt.